Rede von Fritz Nustede am Grab von Bruno Danzer

Liebe Frau Danzer, lieber Gerald, verehrte Angehörige, werte Trauergemeinde, im Namen der Karlsfelder SPD, der Gemeinderäte und Bürgermeisterkollegen, die mit unserem Bruno ein Stück gemeinsamen Weges gegangen sind, darf ich unsere tiefe Betroffenheit über das Ableben unseres langjährigen Bürgermeisters, unseres Vorbildes, ja auch unseres Freundes zum Ausdruck bringen.

Für die Karlsfelder SPD bedeutet sein Ableben einen besonders schwerwiegenden Verlust, denn mit ihm haben wir unsere größten Erfolge gefeiert. Selbst bei Gegenkandidaten erreichte er mit 80 % immer ein glänzendes Ergebnis. Selbst verständlich waren auch die großen Erfolge der Karlsfelder SPD seiner erfolgreichen Persönlichkeit geschuldet.

Er trat erst 1971, nach inzwischen 11 Amtsjahren der SPD bei. Der frühere Ortsvereinsvorsitzende, Hans Korb, überreichte ihm aber im gleichen Jahr auf seinem Sterbebett ein Mitgliedsbuch in dem er schon viel früher Beitragsmarken für Bruno Danzer geklebt hatte. Er hatte seinen Bürgermeister ohne dessen Wissen schon früher aufgenommen, weil er in den Augen dieses alten sudetendeutschen Sozialdemokraten sozialdemokratische Politik gemacht hatte.

Bruno Danzer war in keiner Weise Parteipolitiker, aber er wusste auch um die Notwendigkeit funktionierender Parteien für die Demokratie. So engagierte er sich in der Zeit innerparteilicher Konflikte und bezog Stellung, durchaus auch in höheren Gremien. Als Stichwort mag der Karlsfelder Kreis dienen.

Für die Gemeinderatskollegen, die mit ihm ein Stück seines Weges zurückgelegt haben, ist sein Tod der Verlust einer herausragenden Persönlichkeit, die über all die Jahre des gemeinsamen Wirkens die Führung für die gemeinsame erfolgreiche Arbeit innehatte.

Und die Bürgermeisterkollegen hatten in ihm einen Freund, mit dem sie manche schöne gemeinsame Stunden verbrachten und dessen Engagement ihnen Respekt abnötigte. In vielen Gremien wirkte er an vorderster Stelle mit. So beim bayerischen Städtetag und Gemeindetag und vor allen Dingen seit der Planung des Erholungsgebietes Karlsfelder See im Erholungsflächen Verein.

Ich persönlich hatte in ihm einen Vorgänger, der mir ein wohlgeordnetes Haus überließ. Das wohl geordnete Haus bedeutete ordentliche Finanzen und motiviertes Personal. In den 12 Jahren als Fraktionsvorsitzender und 2. Bürgermeister hatten wir einen festen Rhythmus der gemeinsamen Treffen, in denen wir uns über die jeweiligen Vorhaben abstimmten. Ich habe viel dabei gelernt. Dennoch als ich das 1. Mal nach meiner Wahl als 1. Bürgermeister vorne saß, wurde mir plötzlich die Last der Verantwortung, die er über die 30 Jahre getragen hatte, bewusst.

In den 30 Jahren seiner Amtszeit wurde aus einem Siedlungssprengel ohne befestigte Straßen eine lebenswerte Gemeinde mit allen wichtigen Infrastruktureinrichtungen. Sein Engagement für die Vereine, so darf man sagen, war beispiellos. Er leistete damit aber auch einen großen Beitrag für das Zusammengehörigkeitsgefühl in der jungen, schnell wachsenden Gemeinde.

Eine echte Freundschaft verband ihn mit Pfarrer Mühlhauser. Trotzdem gab es durchaus in manchen Dingen erheblich gegensätzliche Auffassungen zwischen ihm und dem Pfarrer,so dass humorvoll vom Gespann von Don Camillo und Pepone gesprochen wurde.

Zu seinem 70. Geburtstag konnten wir ihm eine große Freude machen und ihm ein gemeinsames Interview, dass er mit Pfarrer Mühlhauser für die Süddeutsche Zeitung führte, mit einem Tonbandgerät vorspielen konnten.

Der Gemeinderat würdigte seine Verdienste um die Gemeinde mit dem goldenen Ehrenring und mit der Verleihung der Ehrenbürgerschaft.

Der Abschied von seinem Amt im Jahre 1990, obwohl mittlerweile 66 Jahre alt, sehr schwer. Aber nach einer gewissen Übergangszeit genoss er auch seinen Ruhestand und erfreute sich auch nach seinem Schlaganfall an seinen Enkelkindern.

Die Gemeinde Karlsfeld und wir alle verlieren mit ihm einen großartigen Menschen der außerordentlich viel für unser Gemeinwesen geleistet hat.

Liebe Frau Danzer, lieber Gerald, die letzten Wochen und Tage waren für Sie sehr schwer. Liebe Frau Danzer, Sie haben ihn aufopfernd gepflegt und damit außerordentliches geleistet. Ich darf dafür unseren allergrößten Respekt zum Ausdruck bringen. Wenn wir Ihnen irgendeiner Weise beistehen können, bitte lassen Sie es uns wissen.